Logistik ist Wegbereiter der Kreislaufwirtschaft

Vor zwei Wochen veranstaltete die DVZ im Hamburger Digital Hub Logistics and Commerce den 6. Sustainability Day. Das Fokusthema in diesem Jahr war die Kreislaufwirtschaft. Um diese zu erreichen, sei ein Umdenken notwendig, bei dem es nicht ausreiche, „weniger schlecht“ zu sein, wie Timo Janßen, geschäftsführender Vorstand der Cradle to Cradle NGO, es formulierte.
Dabei sollen Rohstoffe in biologischen oder technischen Kreisläufen verbleiben. Dafür sei die Logistik essenziell, denn ohne Rückwärtslogistik seien diese Kreisläufe nicht möglich. Ein Praxisbeispiel stellte Gabriele Maurer, Vice President Sustainability bei Jungheinrich, vor. Dabei geht es um das Remanufacturing von gebrauchten Gabelstaplern, bei dem 99 Prozent der Teile wiederverwendet werden können.
Ein weiteres Thema war die soziale Nachhaltigkeit, die häufig in die „HR-Ecke“ abgeschoben wird. Themen wie Inklusion und Parität würden dabei oft übersehen, so Şükran Gencay, die zur Nachhaltigkeitsspitze von Hellmann gehört. „Über die Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern zu reden, ist für viele noch immer unangenehm.“ Das beobachtet Prof. Dr. Moritz Petersen von der Kühne Logistics University. In der Praxis sei Nachhaltigkeit immer noch ein Nebenthema zum Kerngeschäft und nicht Teil der Unternehmensstrategie, so der Professor.
Gleichzeitig stünden Kosten, Kundenanforderungen und Klimaziele in einem regelmäßigen Wettbewerb zueinander. Sandra Achternbusch von Fiege Logistik beobachtet dabei ein Muster: Kunden fordern umfangreiche Nachhaltigkeitskataloge, um dann beim Pitch zu erklären, dass für das Thema keine Zeit sei.

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