Am 18. November 2025 veranstaltete die DVZ in Köln ihr 10. Stückgut-Symposium. Unter dem Eindruck von Preisdruck, Digitalisierung und Klimapolitik diskutierten gut 100 Teilnehmende die Zukunft der Netze zwischen Effizienz und Resilienz.
Von einem strukturellen Missverhältnis zwischen stagnierendem Markt und dauerhaft steigenden Kosten berichtete Ewald Kaiser (Corporate Navigator / McKinsey). Auch Dirk Lohre (Hochschule Heilbronn) warnte, dass Netze mit vielen Standorten Maßnahmen treffen müssen, um durch schwache Auslastung Ihre Erträge nicht gänzlich zu verlieren.
Während DSV-Road-Chef Helmut Schweighofer nach der Schenker-Übernahme auf eine skalierbare Plattform mit modular steuerbaren Verkehren setzt, arbeitet Dachser unter COO Alexander Tonn konsequent in einem dezentral organisierten Netz mit hoher Standardisierung.
Seitens der Industrie forderte Aigul Zhalgassova (Siemens) durchgängige digitale Schnittstellen und CO₂-Transparenz. Dass Digitalisierung kein Privileg großer Konzerne sein muss, sondern der Mittelstand durch eine gelungene Kombination aus effizienter IT und Kundennähe punkten kann, stellte Online-Systemlogistik-Chefin Petra Welling klar.
Mit dem Fokus auf sofort einsetzbare Technologien will der IDS-Verbund laut Geschäftsführer Michael Bargl den Sendungsdurchlauf vollständig digitalisieren. Nachhaltigkeit, Innovationskultur und Arbeitgeberattraktivität gehören für Stephan Opel (NG.Network) untrennbar zusammen – und bilden die Basis strategischer Entwicklung.
In der Schweiz verlagert Nils Planzer mit seinem Unternehmen bereits über 60 Prozent der Hauptläufe auf die Schiene – dank gezielt aufgebauter Terminalstruktur. Auch Peter Reinshagen (Ermewa) sieht Potenzial für Bahn-Stückgut, sofern Technik, Prozesse und Partner verlässlich zusammenspielen.
Das Symposium machte deutlich, dass Stückgut auch unter Druck zukunftsfähig bleibt – wenn die Netzwerke kulturellen Wandel zulassen, technologische Erneuerung vorantreiben und unternehmerische Verantwortung aktiv übernehmen.
Foto: Daniel Koebe