Deutschland auf Kurs zur Verteidigung

Der Markt für Verteidigungslogistik gewinnt für deutsche und europäische Logistikunternehmen deutlich an Bedeutung. Auf der 1. DVZ Defence Logistics Conference in Berlin bezifferte Alexander Nowroth (Lebenswerk Consulting Group) den europäischen Markt 2025 auf rund 28,7 Mrd. Euro – bis 2030 soll er auf knapp 37 Mrd. Euro wachsen, weltweit auf über 190 Mrd. Euro. Größtes Segment sei 2025 global Transport und Distribution. Für 3PL-Anbieter können bereits kleine Marktanteile langfristig Umsätze im achtstelligen Bereich ermöglichen.

Besonders gefragt sind aus Sicht der Branche die Felder Service & Wartung sowie Infrastruktur und Logistik. Nowroth schätzt die deutschen Verteidigungslogistikausgaben auf 3 bis 5 Mrd. Euro pro Jahr (ohne rein zivile Luftfahrtlogistik).

Wie anspruchsvoll der Einstieg ist, machte Jörg Mosolf (Mosolf Group) deutlich: Für Aufträge von Bundeswehr oder NATO sind u. a. hohe Sicherheitsstandards wie ISO 27001 entscheidend – und es braucht langen Atem. Mosolf berichtet von mehrjährigen Vorlaufzeiten und einem Geschäft, das auf langfristiges Engagement, Kapital und Kompetenzaufbau angelegt ist.

Im politischen Kontext ordneten Experten die Entwicklung in eine „Rückkehr der Geopolitik“, geoökonomische Umbrüche und den Systemkonflikt Autokratie vs. Demokratie ein. Für mehr Verteidigungsfähigkeit seien – so Stimmen aus Industrie und Praxis – vor allem ausreichende Mittel, Entbürokratisierung und gebündelte Bedarfe entscheidend. Zudem sollten Unternehmen nicht nur nationale Programme betrachten: internationale Kooperationen, etwa mit Blick auf die Ukraine, gewinnen an Relevanz – auch um Transparenz und Kontrolle bei Förder- und Hilfsgeldern zu sichern.

Foto Credit: Dierk Kruse

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